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Die Geschichtsgrundkurse der Q1 besuchen einen Vortrag über den NS-Kriegsverbrecher Jürgen Stroop

EIN MÖRDER AUS DETMOLD

Geschichtsgrundkurse der Q1 des Stadtgymnasiums erleben Exklusiv-Vortrag und Ausstellung über die Taten des NS-Kriegsverbrechers Jürgen Stroop im Landesarchiv NRW

"Wie schrecklich...", "grauenvoll...".

All dies waren Worte und Eindrücke, die man am Ende des Vortrags „Detmold und das Warschauer Ghetto – Opfer und Täter“ von Frau Dr. Bärbel Sunderbrink (Leiterin des Stadtarchivs Detmold) von unseren Mitschülern hören oder aus ihren Gesichtern lesen konnte. Mit Gänsehaut und einem nachdenklichen Blick verließen wir den Vortragsraum und fuhren zurück nach Hause. Der Name Jürgen Stroop blieb nicht vergessen: Ein Mörder von zigtausenden Menschen. Damals wohnhaft in Detmold, in unserer idyllischen Heimat.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz - und somit im Zusammenhang mit dem Holocaust-Gedenktag - erlebten wir, die Schülerinnen und Schüler der Geschichtsgrundkurse von Frau Wiegelmann und Herrn Schmidt am 12.03.2018 im Landesarchiv eine exklusiv für uns veranstaltete Vorlesung. Jürgen Stroop stand inhaltlich im Mittelpunkt des Vortrags. Nach einer freundlichen Begrüßung bekamen wir sehr viele Einblicke in das Leben vor und insbesondere während der NS-Zeit. Von Plakatständern, welche die Biografie von Jürgen Stroop zeigten, über 32 Stehlen, wobei jede einzelne fürdas Schicksal eines damaligen jüdischen Detmolder Mitbürgers oder einer jüdischen Mitbürgerin stand, bis hin zu zahlreichen Dokumenten sowohl zu Stroops Person als auch zu seinen Opfern.

Josef Stroop, der seinen Namen später in Jürgen Stroop änderte, wuchs in Detmold als Kind der Arbeiterschicht auf. Sein Ziel war es, in eine immer höhere Stellung aufzusteigen, besonders jedoch, von seinen Mitbürgern bewundert zu werden. Seine Stellung als niederer Beamter gab er im Sommer 1932 auf, um in die NSDAP und Waffen-SS einzutreten. Er wurde Hilfspolizeiführer und hatte somit die Macht, Minderheiten in Detmold zu unterdrücken. Außerdem war Stroop auch an der Verhaftung von Felix Fechenbach beteiligt und kann der Mitwisserschaft von dessen Erschießung im Jahr 1933 bezichtigt werden.

Im April 1932 traf Jürgen Stroop auf Heinrich Himmler (Reichsführer-SS), den er regelrecht vergötterte. Er machte Stroop zum Hauptsturmführer. Dieser Rang kam seinem Traum vom Offiziersrang sehr nahe. Stroop durchlief dann weitere Stationen der "Nazi-Militär-Maschinerie" und wurde schließlich zum Generalmajor ernannt.

1943 erhielt er den Befehl, das Warschauer Ghetto zu räumen. Dabei stieß er jedoch überraschend auf Widerstand der jüdischen Bewohner. Stroop setzte seinen Befehl mit äußerster Härte durch. Er ließ Häuser abbrennen, wobei die Juden viele vergebliche Fluchtversuche aus den Flammen vornahmen: Einige sprangen aus ihren Fenstern und versuchten, mit gebrochenen Knochen zu fliehen. Andere suchten Schutz im Kanalsystem des Ghettos, welches jedoch ebenfalls zerstört wurde. Schließlich sprengte Stroop eigenhändig die Synagoge des Ghettos und hatte somit noch mehr als tausend weitere Menschenleben auf dem Gewissen. 

Erschreckend sind auch die Umstände der Deportation von jüdischen Detmoldern und Detmolderinnen. Über die Auslöschung des Warschauer Ghettos führte Stroop ausführlich Buch: Dieses Dokument, der „Stroop-Bericht“, fiel den Alliierten nach Ende des zweiten Weltkriegs in die Hände, und war Grundlage dafür, dass er am 23.12.1951 von einem US-Gericht in Dachau zum Tode verurteilt wurde. Hingerichtet wurde Stroop dann in Polen, wohin er ausgeliefert wurde und wo er sich seiner dort begangenen Taten verantworten musste.

Angesichts seiner schrecklichen Taten war sich Stroop nie einer Schuld bewusst. Er behauptete, dass er nur Befehle ausgeführt habe und genoss dabei offenbar die Macht, die er unter den Nazis gefunden hatte. Aufgrund dieser im Vortrag vermittelten Informationen wurde uns klar, dass so etwas nie wieder geschehen darf und es vieler Aufklärung bedarf, um diesen sehr schrecklichen - aber durchaus wichtigen - Aspekt unserer Detmolder Geschichte zu verstehen.

Zum Schluss dieses Berichtes wollen wir dazu aufrufen, den ermordeten jüdischen Detmolderinnen und Detmoldern, aber auch allen weiteren Opfern, die getötet wurden, zu gedenken. 

Florentine Dammann und Leonie Budde