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Joanne Herzbergs Geschichte

Ihre Eltern überlebten den Holocaust: Zeitzeugin zu Besuch am Stadtgymnasium und ein erneutes Treffen

Als wir gefragt wurden, ob wir die SG-News beim Besuch von Joanne vertreten wollen, mussten wir keine Sekunde überlegen. Wir fieberten dem Treffen entgegen und können im Nachhinein bestätigen, dass es die richtige Entscheidung war. Der Besuch fand im Geschichts-Bilingual-Kurs von Frau Rosa (Q2) statt.

Wir haben Joanne das erste Mal im Foyer getroffen. Dort hatten wir bereits einen sehr positiven und lebendigen Eindruck von ihr. Dieser bestätigte sich auch im Unterricht. Sie hat sehr anschaulich und beeindruckend über die Schuld der Deutschen während und nach der NS-Zeit gesprochen. Dabei war Joanne sehr offen und hat die Schülerinnen und Schüler oft einbezogen sowie interessiert zugehört, wenn diese von ihren eigenen Meinungen, Wahrnehmungen und Erlebnissen erzählt haben. Der Kurs wurde zudem durch ihre offene und nicht gerade zurückhaltende Art oft zum Schmunzeln gebracht.

Ihr Besuch hatte aber einen ernsten Hintergrund, denn sie hat uns viel von der Geschichte ihrer jüdischen Familie erzählt. Auch als wir uns später erneut mit ihr getroffen haben, um ein paar direkte Fragen zu stellen, hat sie uns diese gerne beantwortet.

Ihre Eltern sind Teil der wenigen Überlebenden des Holocausts während der Nazizeit. Die Familie ihres Vaters hat seit Generationen hier in Detmold in der Krummen Straße gewohnt. Er war 1933 10-11 Jahre alt und hatte eine schöne und glückliche Kindheit. Sie erzählte davon, dass jedes Wochenende ein Quartett im Schlossgarten auftrat und ihr Vater hinlief und ihnen zuhörte.

Doch die Nacht, in der sich alles änderte, war die Nacht auf den 10. November 1938. Der sogenannten Reichspogromnacht (von den Nazis „Kristallnacht“ genannt). In dieser Nacht wurden in ganz Deutschland, auch hier bei uns in Detmold, Synagogen verbrannt, Geschäfte und Wohnungen von vielen Juden zerstört und viele von ihnen wurden festgenommen. So auch die Geschäfte der Familie Herzberg. Joanne berichtet uns von der Kindheit ihres Vaters in Nazi- Deutschland. An den Straßen hingen überall die Nazi-Flaggen und die Familienmitglieder waren nirgendwo willkommen.

Ihr Vater konnte glücklicherweise durch einen Kindertransport entkommen. Jahre später traf er dann Joannes Mutter in Großbritannien. Auch sie hat unter dem Holocaust gelitten und konnte durch einen Kindertransport überleben. Sie hat wie alle Opfer des Judenhasses und Holocausts eine sehr interessante und berührende Geschichte, aber ihre ist einen eigenen Artikel wert. Zusammen zogen sie dann bald in die USA und gründeten eine Familie. Das ist der Grund, wieso Joanne mit dem Kurs und uns auf Englisch kommuniziert. Das war aber nie ein Problem.

Uns hat daraufhin interessiert, wie viel Joanne als Kind von der Vergangenheit ihrer Eltern erfahren hat. Uns wurde berichtet, dass sie natürlich sehr neugierig war, weil es ein paar Bilder von Detmold und ihrer alten Familie gab. Allerdings wusste sie auch schon früh, dass es ein traumatisches Erlebnis für ihre Eltern war und hat versucht, sie nicht unter Druck zu setzen und sich immer gut zu verhalten.

Nach vielen Jahren und verschiedenen Berufen ist sie dann nach Deutschland gezogen, auch wenn das in ihrem Umfeld nicht gut angesehen war. Eine der Sachen, für die sie sich hier eingesetzt hat, war die Organisation von Stolpersteinen für ihre Verwandten. Leider hat sich das als schwerer herausgestellt, als es sein sollte.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir sehr viel Spannendes gelernt haben und es ist Joanne immer gut gelungen, die Thematik auf ein persönliches Level zu heben.

Wir bedanken uns sehr bei allen Beteiligten, Frau Rosa und natürlich besonders bei Joanne Herzberg.

Mirijam Niewald, Henriette Westphal (Jgst. 9)

Ein Besuch in der Zeche Zollverein

Exkursion der bilingualen Geschichts-Kurse (Jahrgang 8) nach Essen

Am 3. Februar 2022 ging es um kurz vor acht Uhr morgens los Richtung Essen. Im Reisebus haben einige Schülerinnen und Schüler Musik angemacht, während andere Schach und Uno spielten oder sich anderweitig beschäftigten. Nach der zweistündigen Hinfahrt hielten wir zuerst an dem UNESCO-Welterbe Zollverein an. Dort haben wir an einer einstündigen Führung teilgenommen. Da das Ziel unseres Ausflugs darin bestand, etwas über den Zollverein zu lernen und gleichzeitig die sprachlichen Kenntnisse zu verbessern, war die Führung auf Englisch. Wir erfuhren viel über die Gebäude. Sie stehen für den Wandel eines Industriegeländes zu einem Architektur- und Industrie-Denkmal. Es gab beispielsweise die „headgear structure“. Das ist der Ort, an dem früher Kohle aus einer ca. 1300 Meter Tiefe geholt wurde. Das Hauptprodukt war damals die sogenannte „coking coal“. Mehr über den Transport und welche Geräte genutzt wurden, lernten wir in der Führung.

Als Abschluss gab es schließlich noch die Möglichkeit, etwas in der Essener Innenstadt zu essen und trinken. Nach ungefähr einer Stunde in der Innenstadt sind wir wieder zurück zur Schule gefahren und waren um fünf Uhr mit vielen guten Eindrücken wieder da.

Wir bedanken uns noch einmal bei den begleitenden Lehrern Herrn Teich, Herrn Tippmann und Frau Schubert für diese interessante Exkursion!

Lilyan Abbass (8c)